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Schweiz: deutlich nachlassendes Wachstum in 2008 Laut der detaillierten Prognose von BAK Basel Economics setzte die Schweizer Wirtschaft 2007 mit einem Wachstum von 3.1 Prozent den Boom der vergangenen Jahre fort. Die Entwicklungsperspektiven bleiben weiter aufwärts gerichtet. Besonders die Schweizer Binnenkonjunktur zeigt sich nach wie vor in einer robusten Verfassung. Dank der anhaltend positiven Entwicklung des Schweizer Arbeitsmarktes gilt dies namentlich für den privaten Konsum. Hier erwartet BAK für das Jahr 2008 eine immer noch über-durchschnittliche Zunahme von 1.8 Prozent. Auch bei den realen Ausrüstungsinvestitionen stehen die Zeichen weiter auf Expansion. Die hohe Dynamik der beiden Vorjahre wird jedoch aus zyklischen Gründen nicht mehr erreicht. Einen anhaltend negativen Impuls erwartet BAK für das Jahr 2008 von den realen Bauinvestitionen, wo die Sonderkonjunktur des Wohnungsbaus der letzten Jahre nun endgültig zu Ende ist. Für das Schweizer BIP in 2008 prognostiziert BAK daher ein Wachstum von 2.1 Prozent.
Erfasste dynamische konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2007 noch ein breites Branchenspektrum positiv, so rechnet BAK mit grösseren Wachstumsdifferenzen zwischen den einzelnen Branchen in 2008. An der Spitze wird einmal mehr die Uhrenindustrie (+9.6%) stehen, die von der ungebrochenen weltweiten Nachfrage nach Luxusgütern profitiert. Für die Branchen Landwirtschaft (-0.3%) und Bau (-2.1%) prognostiziert BAK hingegen eine negative Wertschöpfungsentwicklung. Die nachlassende Dynamik der Weltwirtschaft, insbesondere der USA, aber auch des Euro-Raums spüren vor allem die exportorientierten Branchen Finanzsektor (+2.4%) und die chemisch-pharmazeutische Industrie (+3.3%). Folglich prognostiziert BAK für die besonders exportorientierten Regionen Basel (+2.4%), Bassin Lémanique (+2.2%) und Zürich/Aargau (+2%) ein schwächeres Wachstum als 2007. Im abgelaufenen Jahr war Zürich/Aargau mit einem Wachstum von 3.5 Prozent noch Wachstumsleader zusammen mit der Region Basel (+3.6%).
Inflationsängste in der Schweiz nicht angebracht BAK Basel Economics widmete sich an ihrem Frühjahrs-Prognose-Seminar vertieft dem Thema Inflation. Die Schweizer Inflationsraten haben in den letzten Monaten deutlich angezogen. Den bisherigen Höhepunkt markierte der März 2008, als die Inflationsrate 2.6 Prozent erreichte. Das ist der höchste Wert seit Oktober 1993. Bereits in den beiden Vormonaten wurde die SNB-Toleranzgrenze von weniger als 2 Prozent klar überschritten. Dieser Teuerungsschub ist allerdings nicht hausgemacht, sondern importiert. Als grösster Teuerungstreiber erweist sich die weltweite Hausse bei Rohstoffen, allen voran Erdöl. Obwohl Erdölprodukte nur etwa ein Zwanzigstel des Schweizer Konsumentenpreisindex ausmachen, sind im März rund 1.1 Prozentpunkte der gesamten Teuerung von 2.6 Prozent auf diese Komponente zurückzuführen. Der Einfluss des Ölpreises wird allerdings durch einen Basiseffekt überzeichnet. Die weltweit nachlassende Wirtschaftsdynamik führt konjunkturell allerdings eher zu einer Abschwächung des allgemeinen Preisdrucks. So entlastet die US-Subprimekrise die Preise. Doch auch bei den meisten Rohstoffpreisen dürfte der Peak vorerst erreicht sein. Lediglich bei den Nahrungsmitteln könnte der Preisauftrieb anhalten.
Für die Schweiz zeigte BAK weitere Faktoren auf, die die Inflation abschwächen können bzw. werden. Der Aussenwert des Schweizer Frankens hat den unteren Wendepunkt erreicht und ist wieder etwas stärker geworden. Dies reduziert die importierte Inflation. Ausserdem befindet sich der Schweizer Binnenmarkt im Prozess einer zunehmenden Marktöffnung. In wichtigen Bereichen wie im Detailhandel oder der Telekommunikation begrenzt der gegenüber früheren Jahren intensivierte Wettbewerb die Preissetzungsspielräume. Insgesamt erwartet BAK für den Jahresdurchschnitt 2008 trotz der hohen Preissteigerungen des Jahresbeginns eine mit Preisstabilität zu vereinbarende Inflationsrate von 1.7 Prozent. Für das Jahr 2009 rechnet BAK mit einer nochmals deutlich tieferen Rate von 1.3 Prozent.
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