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Kommentar zur Woche 36
05.09.2008
Schweiz: Verlangsamtes, aber immer noch robustes Wachstum im 2. Quartal 2008
Gemäss den Quartalsschätzungen des Staatsekretariats für Wirtschaft (SECO) hat sich das seit Jahresbeginn 2008 leicht verlangsamte Wachstumstempo der Schweizer Wirtschaft fortgesetzt. Im 2. Quartal 2008 betrug der Anstieg des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) gegenüber dem Vorquartal 0.4 Prozent. Der private Konsum und der Aussenhandel haben massgeblich zu diesem BIP-Wachstum beigetragen. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal stieg das reale BIP im 2. Quartal 2008 um 2.3 Prozent.

Privater Konsum als massgebliche Wachstumsstütze
Das Wachstum der privaten Konsumausgaben beschleunigte sich im Vorquartalsvergleich auf 0.6%. Ausschlaggebend waren dabei vor allem die grossen Rubriken Wohnen, Energie und Gesundheit. Aber auch die Ausgaben für Möbel und Haushaltsgegenstände, Freizeit und Kultur nahmen im 2. Quartal verstärkt zu. Hingegen war bei der Bekleidung und bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ein Rückgang des privaten Konsums zu verzeichnen. Die Konsumausgaben des Staates legten um 0.7% zu.

Nachlassende Investitionstätigkeit
Im Gegensatz zu den robusten Konsumausgaben haben sich die die Schweizer Gesamtinvestitionen im zweiten Quartal leicht zurückgebildet (-0.7% gegenüber Vorquartal). Dabei sanken sowohl die Bauinvestitionen (-0.3%) als auch die Ausrüstungsinvestitionen (-0.9%). Aber nicht alle Rubriken der Ausrüstungsinvestitionen haben sich zurückgebildet: eine Zunahme verzeichneten die Investitionen in Metallerzeugnisse und Maschinenbau, in Radio-, Fernseh- und Nachrichtentechnik sowie in Software.

Aussenhandel profitierte im zweiten Quartal von höherer Zahl Arbeitstage
Die Exporte von Waren und Dienstleistungen haben im zweiten Quartal 2008 wieder deutlich zugenommen (+3.6% gegenüber Vorquartal). Eine kräftige Entwicklung wiesen vor allem Warenexporte auf (+4.5%), während die Ausfuhren von Dienstleistungen im Vorquartalsvergleich etwas langsamer anstiegen (+1.3%). Auch bei den Importen von Waren und Dienstleistungen war gegenüber dem ersten Quartal 2008 eine Beschleunigung festzustellen (+3.8%). Die Wareneinfuhren nahmen dabei um 4.5 Prozent zu, diejenigen von Dienstleistungen um 0.6 Prozent. Die starken Zunahmen beim Warenverkehr sind in hohem Masse auf den sogenannten Ostereffekt zurückzuführen. Aufgrund der Lage der Ostertage hatte das 2. Quartal 2008 mehr Arbeitstage als das entsprechende Vorjahresquartal.

Finanzsektor drückt Wachstum
Produktionsseitig steigerte der durch die Industrie dominierte Sektor seine Wertschöpfung im zweiten Quartal 2008 um 1.3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch im durch öffentliche Dienstleistungen geprägten Bereich (+0.5%), im Bereich Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtendienste (+0.5%) sowie in der Landwirtschaft (+0.3%) nahm die Wertschöpfung zu. Wie im Vorquartal erlitt der durch Finanzmarktdienste geprägte Sektor die stärkste Wertschöpfungseinbusse (-1.6%), während die Wertschöpfung im Baugewerbe um 0.5% zurückging.

Wirtschaftsdynamik dürfte in den kommenden Monaten weiter nachlassen
Nach Einschätzung von BAK Basel Economics dürfte die Schweizer Wirtschaft in den kommenden Monaten weiter an Dynamik verlieren. Mit geringeren Impulsen ist vor allem von Seiten des Aussenhandels zu rechen. Auch der private Konsum dürfte auf hohem Niveau an Dynamik verlieren. Damit fungiert der Konsum aber weiterhin als massgebliche Stütze des Schweizer Wirtschaftswachstums.

Schweizer Teuerung wieder leicht rückläufig
Der vom Bundesamt für Statistik (BFS) berechnete Landesindex der Konsumentenpreise verzeichnete im August 2008 Rückgang um 0.3 Prozent im Vergleich zum Vormonat und erreichte den Stand von 103.9 Punkten (Dezember 2005 = 100). Innert Jahresfrist betrug die Teuerung 2.9 Prozent, verglichen mit Jahresraten von 3.1 Prozent im Juli 2008 und von 0.4 Prozent im August 2007. Dass sich die Preissteigerungen damit wieder etwas von ihren Rekordwerten entfernt haben, ist vor allem auf die rückläufigen Erdölnotierungen zurückzuführen.



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