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Services > News & Media > News > Archive 2008  
   
Kommentar zur Woche 38
19.09.2008
BAK revidiert Schweizer BIP-Prognose für 2009 auf 1.3 % (bisher 1.6%)
Die konjunkturelle Entwicklung der Schweiz hat seit Anfang 2008 an Dynamik verloren. Die Gründe hierfür sind bekannt: ein insgesamt schwächeres weltwirtschaftliches Umfeld und die Anspannungen an den weltweiten Finanzmärkten. Im Vergleich mit den europäischen Nachbarn behauptet sich die Schweizer Wirtschaft aber nach wie vor gut. Doch wird der Gegenwind in den kommenden Monaten weiter zunehmen: Die Wachstumsperspektiven der Eurozone, wichtigster Schweizer Handelspartner, haben sich markant eingetrübt. Auch das bis anhin sehr starke Wachstum der aufstrebenden Schwellenländer scheint stärker an Dynamik zu verlieren als bisher erwartet. Ausserdem finden die USA – trotz der etwas besser als prognostiziert verlaufener Konjunkturentwicklung im ersten Halbjahr 2008 – nur langsam aus ihrer bereits 2007 eingeleiteten Wachstumslethargie heraus. Schliesslich zeigen die jüngsten Entwicklungen, dass die Krise an den weltweiten Finanzmärkten keineswegs ausgestanden ist. Aufgrund dieser Entwicklungen revidiert BAK die BIP-Prognose für das Jahr 2009 auf 1.3 Prozent (bisher 1.6%). Diese Wachstumsabschwächung betrifft nahezu alle nachfrageseitigen Komponenten des BIP. Besonders vom Aussenhandel erwartet BAK deutlich geringere Impulse als in den Vorjahren. Nach einer sehr dynamischen Entwicklung in den letzten drei Jahren rechnet BAK auch mit einer deutlichen Abkühlung der Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen. Einzig die realen Bauinvestitionen dürften im Jahr 2009 etwas an Dynamik gewinnen.

Trotz Abschwächung bleibt Schweiz dynamischer als die meisten anderen Industrieländer
Trotz der erwarteten Abschwächung wird die konjunkturelle Entwicklung der Schweiz nach Einschätzung von BAK aber auch im kommenden Jahr dynamischer verlaufen als in den meisten anderen Industrieländern. Hierfür sprechen vorab der gesunde Immobilienmarkt, die guten Positionierung der exportorientierten Unternehmen, und der robuste private Konsum. Hinzu kommt, dass die zwar durchaus schmerzhaften inflationsbedingten Kaufkraftverluste geringer ausfallen als in vielen anderen Ländern. Bereits für das nächste Jahr prognostiziert BAK eine Inflationsrate von deutlich unter 2 Prozent, womit die Geldwertstabilität wieder gewährleistet ist. Ein restriktiver Kurs der SNB erscheint somit sehr unwahrscheinlich. Im Verbund mit den wieder rückläufigen Inflationserwartungen spricht dieser Umstand für weiterhin niedrige Zinsen. Ausserdem haben die Schweizer Privathaushalte im Vergleich zu Volkswirtschaften wie den USA oder Grossbritannien einen geringen Verschuldungsgrad, sodass auch von dieser Seite keine Restriktionen für den privaten Konsum zu erwarten sind.

Für 2008 nach wie vor Wachstum von 2 Prozent erwartet
Für das Gesamtjahr 2008 geht BAK weiterhin von einem Schweizer Wirtschaftswachstum um 2 Prozent aus. Der insgesamt robuste Jahresausweis verdankt sich vor allem der aussergewöhnlich kräftigen konjunkturellen Dynamik zum Jahreswechsel 2007/2008 (statistischer Überhang).

Schweizer Produktivitätsniveau rückläufig
Die Schweizer Produktivitätsentwicklung hat sich im ersten Halbjahr 2008 nochmals deutlich abgeschwächt. Für das erste Quartal 2008 ergibt der sda-BAK Stundenproduktivitätsindex gegenüber dem Vorquartal einen Produktivitätsrückgang von 0.4 Prozent. Für das zweite Quartal wird ein Minus von 0.2 Prozent angezeigt. Im zweiten Quartal lag das Produktivitätsniveau damit erstmals seit Herbst 2004 wieder unterhalb des entsprechenden Vorjahreswertes (-0.3%).
Die schwache Produktivitätsentwicklung vom ersten Halbjahr 2008 ist vor allem auf konjunkturelle Faktoren zurückzuführen. Ausgehend von einer aussergewöhnlich hohen Dynamik hat das Schweizer Wirtschaftswachstum seit Jahresbeginn 2008 an Schwung verloren. Der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt setzte sich jedoch nahezu ungebrochen fort. Die erwartete konjunkturelle Abschwächung dürfte die Produktivitätsentwicklung auch in den kommenden Quartalen drücken.


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