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Services > News & Media > News > Archive 2008  
   
Kommentar zur Woche 39
26.09.2008
Deutschland: Geschäftslage verschlechtert sich weiter
Wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte, hat sich das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands im September erneut kräftig abgekühlt. Der Index (saisonbereinigt) fiel auf einen Wert von 92.9 Punkten (Vormonat: 94.8 Punkte, Vorjahresmonat: 104.4 Punkte). Grund für den markanten Rückgang ist vor allem die deutlich schlechtere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage. Die Geschäftserwartungen hingegen liegen nur leicht unter denjenigen des Vormonats. Auch sind nicht alle Wirtschaftsbereiche gleichermassen vom Rückgang betroffen. Während sich das Klima im verarbeitenden Gewerbe, im Einzel- und im Grosshandel verschlechterte, hat es sich im Bauhauptgewerbe sogar leicht verbessert. Als stabil erweist sich auch das Geschäftsklima im Dienstleistungsgewerbe. Der erneute Rückgang deckt sich mit den Prognosen von BAK, welche für Deutschland mit einem deutlichen Wachstumsrückgang rechnet. So wird für das Jahr 2008 noch ein BIP-Wachstum von 1.6 Prozent, für das Jahr 2009 ein Wachstum von lediglich 0.8 Prozent erwartet (2007: +2.6%).

USA: Schlechte Kunde vom Häusermarkt…
Auch in den USA bleibt der konjunkturelle Ausblick angespannt. Wie das US-Handelministerium mitteilte, gingen die Verkäufe neuer Einfamilienhäuser im August gegenüber Juli saisonbereinigt um 11.5 Prozent zurück. Gegenüber dem Vormonat war sogar ein Rückgang von 34.5 Prozent zu verzeichnen. Besonders betroffen davon ist der Westen der USA, wo letztmals im Jahr 1982 so tiefe Verkaufszahlen zu verzeichnen waren. Wie in den Mitte Oktober erscheinenden BAK Publikationen Hochbauprognose und Wohnimmobilien ausgeführt, ist der Schweizer Immobilienmarkt von auch nur annähernd ähnlich negativen Entwicklungen weit entfernt.

… aus der Industrie…
Die US-Industrie hatte ebenfalls wenig Gutes zu verkünden: Die Aufträge für dauerhafte Güter sind im August im Vergleich zum Juli saisonbereinigt um 4.5 Prozent zurückgegangen. Selbst eine Betrachtung der Investitionsgüter ohne die volatilen Bestellungen für Flugzeuge macht das Bild nicht viel besser: Der Rückgang um 2.0 Prozent deutet auf eine abnehmende Investitionsneigung hin. Auch BAK geht für die USA von einem verlangsamten Wirtschaftswachstum aus und prognostiziert für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum von 1.8 Prozent, für das nächste Jahr eine BIP-Zunahme von 1.5 Prozent (2007: +2.0%)

… und vom Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosigkeit in den USA ist weiter gestiegen, die neusten Zahlen werden aber durch Sonderfaktoren überzeichnet. So ist der verzeichnete kräftige Anstieg der Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gemäss Angaben des Arbeitsministeriums allein auf die Auswirkungen der letzten Wirbelstürme in Texas und Louisiana zurückzuführen. Aber auch ohne diese Sonderfaktoren zeigen die Daten auf, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin abschwächt. Auch BAK rechnet für die kommenden Monate für die USA mit weiter steigenden Arbeitslosenzahlen.

Irland: Der „Keltische Tiger“ kränkelt
Auch Irland ist von der Immobilienkrise betroffen. Wie das Statistische Amt Irlands am Donnerstag mittelte, sind die technischen Bedingungen für eine Rezession seit Mitte des Jahres erfüllt, die irische Wirtschaft schrumpft. Dies ist seit 25 Jahren nicht mehr vorgekommen. Als Gründe dafür werden der stark überhitzte irische Immobilienmarkt, die Tatsache, dass das Wachstum der letzten Jahre zu guten Teilen auf US-Investoren beruhte sowie die in den letzten Jahren gestiegene Bedeutung des Bankensektors für die irische Wirtschaft genannt.

Schweiz: Deutlicher Rückgang der Inverkehrssetzung neuer Motorfahrzeuge
Wie das Bundesamt für Statistik (BfS) am Donnerstag mitteilte, hat im August die Inverkehrssetzung neuer Strassenfahrzeuge in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich abgenommen (-8.3%). Dazu beigetragen hat vor allem die Inverkehrssetzung neuer Personenwagen (-9.8% im Vergleich zum Vorjahresmonat). Trotzdem wurden in den ersten 8 Monaten des Jahres 2008 3.4 Prozent mehr Motorfahrzeuge zugelassen als in den ersten 8 Monaten des verganenen Jahres (Personenwagen +3.0%).



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