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Services > News & Media > News > Archive 2008  
   
Kommentar zur Woche 42
17.10.2008
Schweizer Wirtschaft kühlt sich ab
Als Folge der verschärften Finanzmarktkrise mehren sich die Anzeichen, dass die Handelspartner der Schweiz in Westeuropa und den USA eine Rezession um die Jahreswende nicht umgehen können. BAK Basel Economics erwartet für 2009 in der Eurozone noch ein Wirtschaftswachstum von 0.1 Prozent und in den USA von 0.4 Prozent. Die verschlechterten internationalen Bedingungen veranlassen BAK, für die Schweiz ein Wirtschaftswachstum von nur noch 0.7 Prozent für 2009 zu prognostizieren (bisher 1.3%). Im Rahmen dieser Prognose verläuft die Quartalsentwicklung des Schweizer Bruttoinlandsprodukts im restlichen Jahresverlauf 2008 und dem ersten Quartal 2009 sehr flach. Ab dem zweiten Quartal 2009 erwartet BAK für die Schweiz eine wieder anziehende Wirtschaftsdynamik, die sich bereits 2010 in einem soliden Wachstum von1.7 Prozent äussert.

Auslöser dieser Revision ist primär der schwächere Aussenbeitrag, der sich auch auf die Schweizer Investitionstätigkeit negativ auswirkt. Trotz der zunehmenden Rezessionsgefahren erwartet BAK, dass die Schweizer Wirtschaft mit den negativen realwirtschaftlichen Rückwirkungen der Finanzmarktkrise auch weiterhin besser zurechtkommt, als viele andere OECD Länder. Vor allem weist der Schweizer Immobilienmarkt im Gegensatz zu vielen anderen Ländern keine Anzeichen für spekulative Übertreibungen auf. Hinzu kommt die gute Positionierung und hohe Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Unternehmen des industriellen Sektors. Auch zeigt sich der Schweizer Bankensektor, trotz der rückläufigen Wertschöpfungsentwicklung, robuster als in manchen anderen Ländern. Auch scheint die Gefahr einer Kreditverknappung, welche die private Investitionstätigkeit noch zusätzlich einschränken könnte, vergleichsweise gering.

Schweizer Wohnbauboom ist vorbei
Seit vier Jahren verzeichnet die Schweizer Wirtschaft überdurchschnittliche Wachstumsraten und die Hypothekarzinsen befinden sich schon länger auf sehr tiefem Niveau. Die Voraussetzungen für den Erwerb eines Eigenheims waren selten so günstig. Aber auch die Immigration führte zu einer erhöhten Nachfrage. Deshalb hielt der Wohneigentumsboom auch im vergangenen Jahr unvermindert an. Davon zeugte nicht nur die hohe Bautätigkeit, sondern vor allem, dass trotz rund 30‘000 neu erstellten Wohnungen die Leerstände nicht signifikant gestiegen waren. Dies hatte zu einem weiteren Anstieg der Preise geführt, der sich mit wenigen Ausnahmen in fast allen Regionen bemerkbar machte. Besonders ausgeprägt war der Preisanstieg einmal mehr im Raum Zürich/Zug, am Genfersee sowie in den touristisch geprägten Regionen.

Inzwischen kann sich aber die Schweizer Wirtschaft den Auswirkungen der globalen Finanzkrise nicht mehr entziehen. Die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen finanziellen Lage der Haushalte wird gemäss den Analysen von Fahrländer Partner eine rückläufige Nachfrage nach Wohneigentum zur Folge haben, da ein Teil der potenziellen Wohneigentümer ihre Kaufpläne auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt. Ausserdem geht infolge der gebremsten Wirtschaftsentwicklung die Nachfrage nach Wohnraum seitens der ausländischen Arbeitskräfte zurück. Aufgrund der starken Preisanstiege in den vergangenen Jahren besteht in einigen Regionen zudem ein grosser Spielraum für Preiskorrekturen nach unten. Dies betrifft insbesondere die Grosszentren und deren Agglomerationen.

Auch die Mietpreise haben 2007 ihren seit nunmehr acht Jahren anhaltenden Anstieg fortgesetzt. Dennoch ist mittelfristig kaum mit einem Rückgang der Mieten zu rechnen. Eine Ausnahme bilden allenfalls Wohnungen im gehobenen Segment in den Zentren und Mietwohnungen in Tourismusdestinationen.

Leichte Zunahme der SchweizerDetailhandelsumsätze
Nach den provisorischen Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) sind die nominalen Detailhandelsumsätze im August 2008 im Vergleich zum August 2007 um 1,3 Prozent gestiegen. Verkaufstagebereinigt beträgt die Wachstumsrate 5,3 Prozent. Real, das heisst inflationsbereinigt, zeigt sich ein Nullwachstum, während die Zunahme verkaufstagebereinigt 4 Prozent beträgt. Werden die Umsätze der ersten acht Monate des Jahres 2008 kumuliert, ergibt sich sowohl nominal (4,4%) als auch real (2,8%) eine Zunahme gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode.
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