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Services > News & Media > News > Archive 2008  
   
Kommentar zur Woche 43
24.10.2008
Robuste Exportentwicklung im ersten dreiviertel Jahr 2008
Gemäss den Erhebungen der eidgenössischen Zollverwaltung wuchsen die Schweizer Exporte in den ersten neun Monaten 2008 nominal um 7.4 % und die Importe um 4.8 %. Wenn gleich damit die Steigerung klar unter der zweistelligen Rate der Vorjahresperiode blieb, erwies sich der Aussenhandel insgesamt auf hohem Niveau robust. 8 von 10 Branchen schrieben ein Exportplus, das zudem regional breit abgestützt war. Im dritten Quartal verlangsamte sich jedoch das Wachstum. Bei den Importen reduzierte sich die Dynamik bereits seit Jahresbeginn sukzessive. Der Überschuss in der Handelsbilanz fiel mit 15 Mrd. CHF höher aus als jener im ganzen Jahr 2007.

Schwächere Ausfuhrdynamik im September
Auch im September 2008 wies der Aussenhandel in beiden Verkehrsrichtungen ein deutliches Plus auf, allerdings nur weil der Berichtsmonat gleich zwei Arbeitstage mehr umfasste als der September 2007. Arbeitstagbereinigt sanken die Exporte nominal um 2.2 % (real: - 4.4 %), derweil die Importe stagnierten (real: - 2.1 %). Damit waren die Exporte erstmals seit Januar 2005 wieder rückläufig. Auch saisonbereinigt zeigte der Trend nach unten. Das negative Ergebnis war vor allem auf die schwache Entwicklung bei der Chemischen Industrie zurückzuführen. Die Preise der Exportgüter erhöhten sich um 2.2 % (ohne Pharma: + 1.2 %), jene der Importwaren um 2.6 % (ohne Pharma: + 4.2 %). Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 1'442,6 Mio. Fr. (- 16.7 %).

Nur noch 0.8 Prozent Exportwachstum im Jahr 2009
Nach Einschätzung von BAK wird die Schweizer Exportwirtschaft die verschlechterten weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2009 deutlich zu spüren bekommen. Nach 3.6 Prozent im Jahr 2008 rechnet BAK im kommenden Jahr mit einem Wachstum der Exporte von Gütern und Dienstleistungen von real lediglich 0.8 Prozent. Nach dem Tourismusboom des Jahres 2008 und den erwartungsgemäss weiterhin schwachen Exporten von Bankdienstleistungen erwartet BAK bei den Exporten von Dienstleistungen sogar eine rückläufige Entwicklung. Etwas günstiger sieht BAK das Potential der Güterausfuhren dank des sehr gut aufgestellten Produktportfolios aus hochwertigen Investitionsgütern und chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen. Aber der verlangsamten weltwirtschaftlichen Nachfragedynamik können sich die Güterexporteure nicht grundsätzlich entziehen können.

Franken hat gegenüber Euro deutlich aufgewertet
Hierbei könnten die Exporte zusätzlich durch eine unerwartet kräftige Aufwertung des Schweizer Franken belastet werden. Bei Erstellung dieses Kommentars zeigte sich der Franken in Relation zum Euro mit rund 1.46 CHF/Euro so kräftig wie zuletzt im Jahr 2003. Die jüngste Abschwächung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken ist vor allem auf die Zuspitzung der Unsicherheiten auf den Finanzmärkten sowie auf die massiv verschlechterten Konjunkturerwartungen in der Eurozone zurückzuführen. BAK Basel Economics geht davon aus, dass sich beide Effekte – Schwache Konjunktur der Eurozone, Schweizer Franken als «Save Haven» – im Verlauf des kommenden Jahres an Bedeutung verlieren dürften. Für den Jahresdurchschnitt 2009 rechnet BAK mit Wechselkursrelationen um 1.56 CHF/Euro.

Rückläufige Wertschöpfungsentwicklung in der grafischen Industrie
Gemäss dem «viscom - BAK Index» hat die grafische Industrie der Schweiz die allgemeine konjunkturelle Abschwächung im dritten Quartal deutlich zu spüren bekommen. Die reale Bruttowertschöpfung reduzierte sich im Vorjahresvergleich um 1.7 Prozent. Hierbei hat sich die Nachfrage grafischer Erzeugnisse sowohl von binnen- als auch von aussenwirtschaftlicher Seite markant abgeschwächt. Am ausgeprägtesten zeigte sich die Nachfrageabschwächung im dritten Quartal 2008 bei den realen Exporten, welche um fast 8 Prozent zurückgingen. Im ersten Halbjahr wurde hier noch ein zweistelliges Wachstum verzeichnet.
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